Technik & Handwerk

    Dachgaube: Kosten, Formen und was erlaubt ist

    Arbeiten an einer Dachgaube kosten in echten Angeboten deutscher Dachdeckerbetriebe im Median 2.376 Euro, die Hälfte liegt zwischen 1.139 und 5.969 Euro. Gemeint ist die Arbeit an einer Gaube, nicht der Bau einer neuen. Teuer wird auch ein Irrtum beim Baurecht: Wer die Regeln seines Bundeslands falsch einschätzt, muss die Gaube im schlimmsten Fall Jahre später wieder abbauen.

    Steildach mit roten Hohlpfannen und zwei Giebelgauben, deren Wangen mit dunklem Schiefer verkleidet sind, sichtbarer Blei-Anschluss zur Hauptdachfläche
    Der Anschluss zwischen Gaube und Hauptdach: handwerklich der anspruchsvollste Punkt und die häufigste Schwachstelle.
    Das Wichtigste in Kürze
    • Eine Dachgaube ist ein Aufbau mit Fenster im geneigten Dach. Sie bringt Licht und Stehhöhe ins Dachgeschoss und sitzt komplett auf dem Dach, nicht auf der Hauswand.
    • Arbeiten an einer Gaube kosten im Median 2.376 Euro, die Hälfte der Angebote liegt zwischen 1.139 und 5.969 Euro. Gemessen an 98 echten Angeboten von 14 Dachdeckerbetrieben. Für den Bau einer komplett neuen Gaube nennen wir bewusst keine Zahl, weil unsere Daten dafür nicht reichen.
    • Ob Sie eine Baugenehmigung brauchen, hängt vom Bundesland ab. Die Regeln unterscheiden sich deutlich und wurden zuletzt mehrfach geändert. Die Übersicht für alle 16 Bundesländer steht weiter unten im Artikel.
    • Auch ohne Bauantrag gelten die Bauregeln weiter. Geprüft wird nur vorher nicht. Wer dagegen verstößt, muss die Gaube im schlimmsten Fall wieder abbauen, auf eigene Kosten.

    Was ist eine Dachgaube?

    Eine Dachgaube, kurz Gaube (das Wort stammt aus dem fränkischen Dialekt), ist ein Dachaufbau im geneigten Dach. Sie belichtet und belüftet den Dachraum, deshalb sitzt in Wohngebäuden in der Regel ein Fenster darin, und sie vergrößert den nutzbaren Raum im Dachgeschoss. So weit die Beschreibung, die überall steht.

    Der Unterschied, auf den es ankommt: Eine Gaube sitzt komplett auf dem Dach und hält Abstand zur Dachkante. Läuft die Hauswand unter dem Aufbau einfach senkrecht weiter nach oben, ist es keine Gaube mehr, sondern ein Zwerchhaus. Das wirkt kleinlich, hat aber Folgen: Ein Zwerchhaus greift stärker in die Statik des Hauses ein, kostet deshalb meist mehr, und beim Bauamt gilt es nicht als Gaube, die Genehmigung läuft also anders.

    Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Dachgaube?

    Das ist die meistgestellte Frage zum Thema, und die ehrliche Antwort lautet: Es gibt sechzehn verschiedene, denn Bauordnungsrecht ist Landesrecht. Wir haben deshalb alle sechzehn Landesbauordnungen im Gesetzestext geprüft, Stand August 2026. Das Ergebnis lässt sich in drei Gruppen ordnen: In drei Ländern brauchen Sie keine Genehmigung. In zehn Ländern brauchen Sie keine Genehmigung, müssen die Gaube aber vorher bei der Gemeinde melden und eine Wartefrist einhalten, ab September 2026 kommt Nordrhein-Westfalen als elftes dazu. Und in drei Ländern führt am Bauamt kaum ein Weg vorbei.

    Keine Genehmigung nötig3 Länder
    Niedersachsenohne EinschränkungAnhang Nr. 13.7 NBauO
    Hamburgbis ein Drittel der HausseiteAnlage I Nr. 11 f HBauO
    Bayernbeim Ausbau des Dachgeschosses zu WohnzweckenArt. 57 Abs. 1 Nr. 18 BayBO
    Meldung genügt10 Länder, ab September 2026 dann 11
    Berlin§ 62 Abs. 2 BauO Bln
    Bremen§ 62 Abs. 1 BremLBO
    Hessenplus Statiker-Nachweis, Baubeginn schon nach 14 TagenAnlage zu § 63 HBO
    Mecklenburg-Vorpommern§ 62 Abs. 1 LBauO M-V
    Rheinland-Pfalz§ 67 Abs. 1 LBauO
    Saarland§ 63 Abs. 3 LBO
    Sachsen§ 62 Abs. 2 SächsBO
    Sachsen-Anhalt§ 61 Abs. 1 BauO LSA
    Schleswig-Holstein§ 62 Abs. 1 LBO
    Thüringen§ 64 Abs. 1 ThürBO
    Genehmigung nötig3 Länder, ab September 2026 dann 2
    Baden-Württemberg§ 50 LBO mit Anhang
    Brandenburg§ 65 Abs. 1 BbgBO
    Nordrhein-Westfalenfrei nur mit Gaubensatzung, ab 1.9.2026 Meldung§ 62 Abs. 1 Nr. 1 i BauO NRW

    „Meldung genügt" ist die größte und am wenigsten bekannte Gruppe. Juristisch heißt sie Genehmigungsfreistellung: Sie reichen die Bauunterlagen bei der Gemeinde ein und dürfen in der Regel nach einem Monat bauen, wenn niemand widerspricht. In Hessen sind es nur 14 Tage, dafür verlangt Hessen zusätzlich die Bescheinigung eines Tragwerksplaners. Zwei Bedingungen müssen dafür aber erfüllt sein:

    • Das Dachgeschoss wird zu Wohnzwecken ausgebaut. Genau daran hängt die Erleichterung im Gesetzestext.
    • Das Haus steht im bebauten Ortsbereich oder in einem Gebiet mit Bebauungsplan. Im Außenbereich gilt sie nicht.

    Fehlt eine der beiden Bedingungen, brauchen Sie doch eine Baugenehmigung. Das ist der Punkt, an dem die meisten Ratgeber ungenau werden: Sie nennen die Erleichterung, aber nicht ihre Grenzen.

    Genau daran hängt auch Bayerns Regel. Frei ist dort nämlich nicht die Gaube für sich, sondern der Ausbau des Dachgeschosses zu Wohnraum, und die Gaube, die dabei entsteht (Art. 57 Abs. 1 Nr. 18 BayBO). Wer sein Dachgeschoss längst bewohnt und nur noch eine Gaube nachrüsten möchte, kann sich darauf also nicht ohne Weiteres berufen.

    Es gibt noch einen zweiten Weg, und der wird fast nie erwähnt. Manche Gemeinden haben eine eigene Satzung, die genau festlegt, ob Gauben erlaubt sind, wo sie sitzen dürfen und wie groß sie sein dürfen. Gibt es so eine Satzung, und hält sich Ihre Gaube an diese Vorgaben, brauchen Sie keine Genehmigung. In Bayern und in Nordrhein-Westfalen steht das fast wortgleich im Gesetz (Art. 57 Abs. 2 Nr. 4 BayBO und § 62 Abs. 1 Nr. 1 i BauO NRW). In Nordrhein-Westfalen muss zusätzlich ein Fachmann schriftlich bestätigen, dass die Konstruktion sicher ist.

    Für Nordrhein-Westfalen ist das der wichtigste Satz dieses Kapitels. Normalerweise brauchen Sie dort eine Baugenehmigung. Hat Ihre Gemeinde aber so eine Satzung, sind Sie schon heute frei. Ein Anruf im Rathaus klärt in fünf Minuten, was sonst ein ganzes Genehmigungsverfahren kostet.

    Der wichtigste Satz zum Thema: Keine Genehmigung heißt nicht keine Regeln. Mehrere Bauordnungen schreiben das ausdrücklich ins Gesetz, Berlin wörtlich: Verfahrensfreie Bauvorhaben „müssen den öffentlich-rechtlichen Vorschriften entsprechen" (§ 61 Abs. 5 BauO Bln), fast gleichlautend Bayern (Art. 55 Abs. 2 BayBO). Das heißt: Bebauungsplan, Abstandsflächen, Gestaltungssatzung und Denkmalschutz gelten immer. Es prüft sie nur vorher niemand. Wer dagegen verstößt, muss die Gaube im schlimmsten Fall wieder abbauen, auf eigene Kosten.

    Und wie groß darf die Gaube sein? Die überraschende Antwort: Fünfzehn der sechzehn Bauordnungen nennen dazu keine einzige Zahl. Nur Hamburg setzt mit seiner Drittel-Regel eine gesetzliche Grenze. Wer im Netz andere Größenangaben liest, sieht Vorgaben einzelner Gemeinden, festgelegt im Bebauungsplan oder in der Gestaltungssatzung. Für Ihr Haus zählt deshalb nur, was dort steht, und diese Unterlagen liegen beim Bauamt aus.

    Ein Hinweis, der beim Nachlesen im Netz wichtig ist: Sehr viele Ratgeber sind bei diesem Thema veraltet. Der Grund ist einfach, das Recht hat sich dreimal in zwei Jahren geändert. Thüringen hat seit Juli 2024 eine komplett neue Bauordnung mit neuen Paragrafen-Nummern, Hamburg seit Januar 2026, und Niedersachsen hat Gauben erst zum 1. Juli 2025 freigestellt. Die nächste Änderung steht schon fest: In Nordrhein-Westfalen tritt am 1. September 2026 der neue BauCode in Kraft, dann genügt auch dort die Meldung. Ab September sind es also 11 Länder. Eine Angabe ohne Datum und ohne Paragrafen sollten Sie deshalb nicht übernehmen, sondern bei der zuständigen Bauaufsicht nachfragen.

    Was Gaubenarbeiten in echten Angeboten kosten

    Im Netz stehen zu dieser Frage fast nur Schätzungen. Die folgenden Werte stammen aus Angeboten, die Dachdeckerbetriebe ihren Kunden tatsächlich vorgelegt haben. Wir arbeiten dafür mit Handly zusammen, einer Software, mit der Dachdeckerbetriebe in ganz Deutschland ihre Angebote schreiben: Von dort kommen unsere Zahlen, anonymisiert und zusammengefasst.

    Arbeit an der GaubeMedianMeist zwischenGemessen an
    Alle Arbeiten zusammen2.376 €1.139 bis 5.969 €98 Angeboten von 14 Betrieben
    Alte Verkleidung abnehmen248 €127 bis 563 €34 Angeboten von 9 Betrieben
    Gaube dämmen1.400 €929 bis 2.214 €30 Angeboten von 8 Betrieben
    Verkleidung erneuern1.643 €1.082 bis 2.406 €26 Angeboten von 8 Betrieben
    Dach und Anschlüsse1.068 €241 bis 2.509 €32 Angeboten von 9 Betrieben

    Die Einzelbeträge addieren sich nicht zur Gesamtsumme, weil die meisten Angebote nur einen Teil dieser Arbeiten enthalten. Wer nur die verwitterte Verkleidung ersetzen lässt, landet bei rund 1.650 Euro. Am teuersten war eine Verkleidung bei uns mit 6.825 Euro. Nimmt man alle Gaubenarbeiten zusammen, reicht die Spanne im Einzelfall bis 24.000 Euro.

    40 der 98 Angebote passen in keinen dieser vier Schritte. Die Betriebe benennen ihre Positionen eben unterschiedlich, und wir haben nichts hineingedeutet, was nicht eindeutig dasteht. In der Gesamtsumme oben sind diese Arbeiten enthalten.

    Und eine Zahl fehlt hier bewusst: der komplette Neubau einer Gaube mit neuem Tragwerk. Dazu fanden sich nur drei Angebote von zwei Betrieben. Das ist zu wenig, um daraus einen Preis zu machen. Wer Ihnen für diesen Fall eine genaue Zahl nennt, schätzt.

    Oft gehört

    Eine Gaube kostet immer fünfstellig.

    Was unsere Daten zeigen

    Die Hälfte aller Angebote liegt zwischen 1.139 und 5.969 Euro, der Median bei 2.376 Euro. Fünfstellig wird es erst, wenn die Gaube komplett neu gebaut wird, und das ist der seltenere Fall.

    Im Netz stehen für die Gaubenverkleidung oft Quadratmeterpreise, etwa 60 bis 120 Euro. Wir nennen bewusst keinen: In unseren Daten stammen solche Preise von nur sechs bis neun Betrieben, und viele Angebote verwenden denselben Standardpreis mehrfach. Das wäre keine Marktzahl, sondern eine Preisliste.

    Die Formen und woran man sie erkennt

    Das Gaubendach folgt meist der Form des Hauptdachs. Daraus ergeben sich die Namen, und daraus ergibt sich auch der Aufwand: Je mehr Flächen und Kanten eine Gaube hat, desto mehr Anschlüsse muss der Dachdecker dicht bekommen. Die Seitenwände der Gaube heißen im Handwerk übrigens Wangen, das Wort fällt bei den Formen gleich mehrfach.

    Giebelgaube, auch Satteldachgaube

    zwei Flächen
    Der Klassiker: sieht aus wie ein kleines Haus auf dem Dach, mit dreieckiger Front und zwei Dachflächen. Überschaubarer Aufwand.
    Giebelgaube mit First und dreieckigem Giebel zur Front, Wangen mit dunklem Schiefer verkleidet

    Walmgaube

    drei Flächen
    Wie die Giebelgaube, nur ist die Vorderseite oben abgeschrägt. Wirkt dezenter, die dritte Dachfläche macht sie etwas aufwendiger.
    Walmgaube mit abgeschrägter Stirnseite und kurzem First, ohne dreieckigen Giebel

    Schleppgaube

    eine Fläche
    Ein einziges, flach geneigtes Dach, das aus der Dachfläche gezogen wird. Einfachste Bauart, viel Licht, deshalb weit verbreitet.
    Schleppgaube mit einer einzigen flach geneigten Dachfläche und breitem Fensterband

    Trapezgaube, liegende Schleppgaube

    drei Flächen
    Breite Front, die Seiten laufen schräg nach innen. Bringt viel Platz, hat aber Anschlüsse an drei Seiten, die alle dicht sein müssen.
    Breite Trapezgaube: die Front ist unten breiter als oben, seitlich laufen zwei schieferverkleidete Flächen schräg nach innen, durchgehendes Fensterband

    Fledermausgaube

    geschwungen, ohne Knick
    Das Dach schwingt in einer weichen Welle über das Fenster, ganz ohne Kante. Das Eindecken der Kurve ist reine Handarbeit und macht sie zur teuersten Form.
    Fledermausgaube: Das Dach schwingt in einer durchgehenden Welle ohne Kante aus der Dachfläche heraus, Biberschwanzziegel folgen der Kurve

    Spitzgaube und Rundgaube

    Sonderformen
    Historische Formen mit spitzem oder rundem Dach, heute vor allem an Altbauten und repräsentativen Gebäuden zu sehen.
    Spitzgaube mit steil zulaufender Spitze an einem Fachwerkhaus

    Flachdachgaube

    sehr flach geneigt
    Der moderne Kasten: fast flaches, leicht nach hinten geneigtes Dach, meist mit Blech eingedeckt, oft mit großem Fenster.
    Moderne Flachdachgaube als Kastenform mit dunkler Stehfalz-Blecheindeckung und großem Fenster

    Zwischen all diesen Formen gibt es zahllose Übergänge, gerade an Altbauten. Welche Form zu Ihrem Haus passt, entscheidet selten der Geschmack allein: Bebauungsplan oder Gestaltungssatzung geben die Richtung oft vor, mehr dazu im Genehmigungskapitel unten.

    Welche Nachteile hat eine Dachgaube?

    Auch wenn eine Gaube auf den ersten Blick nur Vorteile bringt, hat sie eine Kehrseite: Sie zerschneidet eine geschlossene Dachfläche, und jede neue Kante ist eine Stelle, an der etwas undicht werden kann. Diese drei Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie sich entscheiden.

    • Feuchtigkeit und Schimmel von innen. Der Übergang von der Dachfläche zur Gaube ist schwer sauber zu dämmen. Bleibt dort eine Lücke, wird die Stelle im Winter kalt, die warme Raumluft schlägt sich darauf als Wasser nieder, und irgendwann wächst Schimmel. Dasselbe passiert, wenn die Folie unter der Dämmung nicht dicht verklebt ist: Dann zieht feuchte Luft aus dem Zimmer in den Aufbau. Beides sieht man von außen nicht, oft zeigt sich der Schaden erst Jahre später.
    • Wasser von außen an der falschen Stelle. Wo Gaubendach und Hauptdach zusammenlaufen, kommt das Wasser von beiden Flächen zusammen. Diese Linie heißt Kehle und ist die häufigste Ursache für eine undichte Gaube. Ist sie nicht sauber gearbeitet, läuft Wasser in die Dachkonstruktion, wo es lange unentdeckt bleibt.
    • Dauerhaft mehr Aufwand, und das unterschätzen die meisten. Eine Gaube vergrößert die Fläche, die gedämmt und abgedichtet werden muss, und schafft zusätzliche Kanten und Anschlüsse. Damit ist der Aufwand nicht mit dem Bau erledigt: Bei jeder Dachwartung und bei jeder späteren Sanierung ist die Gaube eine Stelle mehr, die geprüft und mitsaniert werden muss. Wer sich gegen eine Gaube entscheidet, spart deshalb nicht nur die Baukosten.

    Und ein vierter Punkt, der die Rechnung kippen kann: Wer die Verkleidung erneuert, muss meistens auch dämmen. So will es das Gebäudeenergiegesetz, und es nennt Dachflächen „einschließlich Dachgauben" ausdrücklich (Anlage 7 zu § 48 GEG). Die Dämmung muss dann einen Mindestwert erreichen, den Fachleute U-Wert nennen; erlaubt sind höchstens 0,24. Ausgenommen sind nur kleine Arbeiten: Wer weniger als ein Zehntel der Fläche anfasst, muss nicht dämmen.

    Für Sie heißt das: Ein Angebot, das nur die Verkleidung enthält, ist oft nicht das ganze Vorhaben. Genau deshalb stehen in unseren Daten Dämmung und Verkleidung so häufig im selben Angebot.

    Dass die Anschlüsse der Knackpunkt sind, sieht man auch in den Angeboten selbst: Die Arbeit an der Kehle und die Abdichtung des Gaubendachs sind dort regelmäßig einzeln aufgeführt. Daraus folgt der wichtigste Tipp für den Angebotsvergleich: Schauen Sie weniger auf den Quadratmeterpreis der Verkleidung als darauf, ob die Anschlüsse einzeln aufgeführt sind. Fehlen sie im Angebot, wissen Sie nicht, was an der entscheidenden Stelle tatsächlich gemacht wird.

    Wie eine Dachsanierung insgesamt kalkuliert wird, steht im Kosten-Ratgeber. Und wenn ohnehin gedämmt wird, lohnt vorher der Blick auf die Förderung.

    Gaube oder Dachflächenfenster?

    Vor dieser Frage steht am Ende fast jeder, der mehr Licht ins Dachgeschoss holen will. Auch dazu haben wir eine eigene Zahl, und sie ist unsere bestbelegte überhaupt: Ein Dachflächenfenster kostet im Median 1.246 Euro je Stück, die Hälfte der Angebote liegt zwischen 523 und 1.748 Euro. Gemessen an 157 Angeboten von 16 Betrieben, also an mehr Angeboten und mehr Betrieben, als wir zur Gaube haben. Enthalten sind Fenster und Einbau, nicht enthalten sind Rollos, Jalousien und der Ausbau des alten Fensters.

    Ein direkter Preisvergleich ist das ausdrücklich nicht. Die 2.376 Euro stehen für die Arbeiten an einer ganzen Gaube, die 1.246 Euro für ein einzelnes Fenster. Die Größenordnung sagt trotzdem etwas, und dafür gibt es einen handfesten Grund: Ein Dachfenster liegt in der Dachfläche. Es entsteht keine neue Kehle, kein Aufbau, keine zusätzliche Fläche zum Dämmen und Abdichten. Alle Schwachstellen aus dem Kapitel oben fallen also weg.

    Es fällt aber auch das weg, wofür man die Gaube eigentlich baut: Stehhöhe. Ein Dachfenster bringt Licht, aber keinen nutzbaren Raum. Wer unter der Schräge vorher nicht aufrecht stehen konnte, kann es danach immer noch nicht.

    Die ehrliche Faustregel: Geht es nur um Licht, nehmen Sie das Fenster. Geht es um Platz, brauchen Sie die Gaube. Das Fenster ist günstiger und technisch unempfindlicher. Fällt die Wahl auf die Gaube, achten Sie darauf, dass die Anschlüsse im Angebot einzeln aufgeführt sind. Ob ein Dachfenster eine Genehmigung braucht, ist übrigens wieder von Bundesland zu Bundesland verschieden und anders geregelt als bei der Gaube. Für diesen Artikel haben wir nur die Gaubenregeln geprüft.

    So haben wir gerechnet

    Woher kommen die Zahlen? Aus 760 Angeboten, die Dachdeckerbetriebe ihren Kunden über die Software Handly tatsächlich vorgelegt haben, Stand 4. August 2026. In 108 davon kommen Gaubenarbeiten vor, in 98 davon mit Preis. Die Dachfenster-Zahl im Vergleichskapitel stammt aus derselben Grundgesamtheit: 157 Angebote von 16 Betrieben, gerechnet als Preis je Stück. Alle Beträge sind brutto und zusammengefasst, ohne Betriebsnamen und ohne Einzeldaten.

    Warum der Median und nicht der Durchschnitt? Der Median ist der mittlere Wert. Ein einzelnes Großprojekt würde den Durchschnitt nach oben ziehen und das Bild verfälschen.

    Was ist nicht eingerechnet? Entwürfe, aus denen nie ein Auftrag wurde, weil sie die Beträge nach oben verzerren. Arbeiten ohne Einzelpreis, die über Stundenlöhne abgerechnet werden. Und alles, was das Angebot selbst als optional kennzeichnet. In der Tabelle steht außerdem bei jeder Zahl, aus wie vielen Angeboten und von wie vielen Betrieben sie stammt. Das ist wichtiger, als es aussieht: Stammt eine Zahl nur von wenigen Betrieben, ist sie deren Preisliste und nicht der Marktpreis.

    Häufige Fragen

    Die Fragen, die zu diesem Thema besonders häufig gestellt werden, kurz beantwortet.

    Was kostet eine nachträglich eingebaute Dachgaube?

    Ein nachträglicher Einbau ist der teuerste Fall, weil das Dach geöffnet und ein neues Tragwerk eingebaut werden muss. Dazu kommen Dämmung, Verkleidung, Fenster und die Anschlüsse an das Hauptdach. Über alle Gaubenarbeiten liegt der Median bei 2.376 Euro, die Hälfte der Angebote zwischen 1.139 und 5.969 Euro, im Einzelfall bis 24.000 Euro. Für den kompletten Neubau mit neuem Tragwerk haben wir dagegen keine eigene belastbare Zahl. Dazu fanden sich nur drei Angebote von zwei Betrieben. Sicher ist nur, dass dieser Fall am oberen Ende liegt. Was Ihr Fall kostet, hängt vor allem an der Größe und daran, wie gut das Dach zugänglich ist.

    Was kostet eine 10 Meter lange Dachgaube?

    Eine 10 Meter lange Gaube liegt am oberen Ende der Preise oder darüber: Der höchste Betrag für Gaubenarbeiten in unseren Daten sind 24.000 Euro. Eine eigene Zahl genau für diese Breite haben wir nicht, weil so große Gauben in den ausgewerteten Angeboten kaum vorkommen. Wichtiger als die Kostenschätzung ist bei dieser Breite ohnehin die Genehmigung: In Hamburg dürfen alle Gauben zusammen höchstens ein Drittel der Hausseite lang sein, und Bebauungspläne begrenzen die Gaubenbreite häufig zusätzlich. Diese Frage sollte vor der Kalkulation geklärt sein.

    Was kostet eine 4 Meter Dachgaube?

    Vier Meter sind ein mittleres Vorhaben, und dafür geben unsere Daten eine Orientierung: Über alle Gaubenarbeiten liegt der Median bei 2.376 Euro, die Hälfte der Angebote zwischen 1.139 und 5.969 Euro. Wird nur die Verkleidung erneuert, sind es im Median 1.643 Euro. Kommt ein neues Tragwerk dazu, liegt es deutlich höher. Eine Zahl je laufendem Meter gibt es nicht, weil Angebote so nicht abrechnen. Entscheidend sind am Ende der Umfang der Arbeiten und die Zugänglichkeit des Dachs, nicht die Breite allein.

    Was ist der Unterschied zwischen Gaube und Zwerchhaus?

    Die Gaube baut immer auf dem Dach auf und hat keine konstruktive Verbindung zur Außenwand darunter. Das Zwerchhaus sitzt auf der Außenwand und bildet mit ihr eine Ebene. Der Unterschied ist nicht nur optisch: Er wirkt sich auf Statik, Kosten und häufig auf das erforderliche Baugenehmigungsverfahren aus.

    Nächster Schritt

    Gaube sanieren oder neu bauen?

    Lassen Sie sich die Arbeitsschritte einzeln ausschreiben, besonders die Anschlüsse. Daran erkennt man ein belastbares Angebot.

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