- Marder zerbeißen Dämmung, Unterdeckbahn und Kabel, oft wochenlang unbemerkt.
- Vertreibung kostet 80 bis 300 €, eine typische Reparatur 450 bis 500 €.
- Kommt Wasser durchs beschädigte Dach, steigen die Kosten auf 2.500 bis 5.000 €.
- Versicherung zahlt nicht automatisch: Folgeschäden oft ausgeschlossen, Marderschutz muss eingeschlossen sein.
- Der Marder darf nicht getötet werden, wirksam ist nur Aussperren (Zugänge schließen).
- Je früher entdeckt, desto billiger, ein jährlicher Blick ins Dach lohnt sich.
Warum der Marder ausgerechnet ins Dach will
Der Dachboden ist für den Steinmarder ein ideales Quartier: warm, trocken, geschützt und mit weicher Dämmung zum Nestbau. Besonders in der RanzzeitDie Paarungszeit des Marders von Juni bis August. In dieser Zeit sind die Tiere besonders aktiv und nachts laut. von Juni bis August wird er aktiv, dann hört man ihn nachts poltern. Einmal eingezogen, bleibt er, wenn man ihn lässt.
Welche Schäden ein Marder anrichtet
Der Schaden beginnt klein und wächst leise. Was als zerwühlte Dämmung anfängt, endet im schlimmsten Fall als Wasserschaden im Gebälk.
- Zerbissene Dämmung. Der Marder wühlt Nester, die Dämmwirkung sinkt, die Heizkosten steigen.
- Aufgebissene UnterdeckbahnDie wasserführende Bahn unter der Eindeckung. Beißt der Marder sie auf, dringt Regen ein, bevor man es von innen bemerkt.. Hier wird es teuer, weil Regen eindringt, oft lange unbemerkt.
- Angenagte Kabel und Leitungen. Ein Sicherheitsrisiko, nicht nur ein Komfortproblem.
- Verschmutzung und Geruch. Kot, Urin und Beutereste setzen sich fest und ziehen weitere Tiere an.
Das Tückische ist die Zeit: Schon nach Tagen ist die Dämmung beschädigt, nach Wochen kommen Verschmutzung, Geruch und Feuchteschäden dazu.
Was die Behebung kostet
Die Spanne ist so groß, weil es auf den Zeitpunkt ankommt. Ein früh entdeckter Marder kostet die Vertreibung und eine kleine Reparatur. Ein Tier, das monatelang unbemerkt haust, kann die halbe Dachdämmung ruinieren, die dann oft per EinblasdämmungDämmmaterial, das durch kleine Öffnungen in Hohlräume geblasen wird. Eine gängige Methode, um vom Marder zerstörte Dämmung wiederherzustellen. wiederhergestellt wird.
Zahlt die Versicherung? Oft nicht automatisch
Hier liegt der größte Irrtum. Viele gehen davon aus, dass die Wohngebäudeversicherung den Marderschaden trägt. Das stimmt nur eingeschränkt.
Praktisch heißt das: Prüfen Sie Ihre Police auf die Zusätze „Marderbiss“ und „Folgeschäden“, bevor etwas passiert. Im Schadensfall zählt eine genaue Dokumentation mit Fotos und einer Schadensaufstellung des Fachbetriebs.
Was wirklich hilft: aussperren statt vertreiben
Der Marder ist ein geschütztes Wildtier und unterliegt dem Jagdrecht, er darf nicht einfach gefangen oder getötet werden. Wirksam und erlaubt ist nur eines: ihm den Zugang zu nehmen.
- Zugänge finden und schließen. Marder passen durch handtellergroße Lücken an Traufe, Ortgang und Dachrand.
- Erst vertreiben, dann verschließen. Sonst wird ein Jungtier eingesperrt, am besten außerhalb der Aufzuchtzeit.
- Dämmung und Unterdeckbahn fachgerecht erneuern, nicht nur oberflächlich stopfen.
- Kontrolle nach der Reparatur, damit kein neuer Zugang übersehen wurde.
Weil Marderschäden fast immer die Dämmung betreffen, lohnt es sich, die Reparatur mit einer ohnehin fälligen Dachsanierung zu verbinden. Und wer einen Betrieb sucht, findet die passenden Merkmale im Ratgeber zum guten Dachdeckerbetrieb.
Häufige Fragen
Was der Text oben nicht beantwortet hat:
Wie merke ich, dass ein Marder im Dach ist?
Typisch sind nächtliche Poltergeräusche über der Decke, besonders von Juni bis August, dazu Kot, Geruch und herausgezogenes Dämmmaterial.
Darf ich den Marder selbst fangen?
Nein. Der Marder ist ein geschütztes Wildtier und unterliegt dem Jagdrecht. Fangen oder Töten ist ohne Erlaubnis nicht zulässig. Erlaubt sind das Vertreiben und das Verschließen der Zugänge.
Zahlt meine Wohngebäudeversicherung?
Nur wenn der Baustein „Marderbiss“ eingeschlossen ist, und meist nur für Kabel und Dämmung. Folgeschäden wie Wasser durch verschobene Ziegel sind oft ausgeschlossen. Ein Blick in die Police lohnt sich.
Reicht es, den Marder zu vertreiben?
Nein. Wird der Zugang nicht verschlossen, kommt er zurück. Vertreibung und dauerhaftes Aussperren gehören zusammen.
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