- Median über alle Sanierungsangebote: 58.000 €. Die mittlere Hälfte liegt zwischen 39.000 und 82.000 €.
- Nach Dachgröße: klein (unter 80 m²) rund 19.000 €, mittel (80 bis 150 m²) rund 58.000 €, groß (über 150 m²) rund 75.000 €.
- Mit Dämmung 67.000 €, ohne Dämmung 39.000 €. Die Dämmung ist der größte einzelne Posten.
- Je Quadratmeter liegt der Median bei 410 €, die mittlere Hälfte zwischen 220 und 600 €.
- Der Quadratmeterpreis sinkt nicht mit der Dachgröße: das mittlere Dach ist mit 475 €/m² das teuerste, das große mit 345 €/m² günstiger.
- Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz: Wer mehr als zehn Prozent der Dachfläche erneuert, muss auf einen U-Wert von 0,24 dämmen.
Was kostet eine Dachsanierung?
Eine einzige Zahl führt bei dieser Frage in die Irre. Ob am Ende 19.000 oder 75.000 Euro auf dem Angebot stehen, entscheidet sich an der Dachfläche und daran, wie tief die Sanierung geht. Die folgende Leiter stammt aus Angeboten, die Dachdeckerbetriebe ihren Kunden vorgelegt haben, nicht aus einer Schätzung.
| Dachgröße | typische Fläche | Kosten (Median) | je m² |
|---|---|---|---|
| Kleines Dach | unter 80 m² | rund 19.000 € | 340 € |
| Mittleres Dach | 80 bis 150 m² | rund 58.000 € | 475 € |
| Großes Dach | über 150 m² | rund 75.000 € | 345 € |
Woher diese Zahlen kommen: Wir arbeiten mit Handly zusammen, einer Software, mit der Dachdeckerbetriebe in ganz Deutschland ihre Angebote schreiben. Von dort stammen die Werte in diesem Beitrag, anonymisiert und zusammengefasst. Im Netz stehen zu dieser Frage fast nur Schätzungen. Hier stehen Angebote, die Kunden tatsächlich bekommen haben.
Eine Dachsanierung kostet 15.000 bis 35.000 Euro.
In diesem Fenster liegen 14 von 100 Angeboten. Es beschreibt das kleine Dach, dessen mittlere Hälfte von 10.000 bis 31.000 Euro reicht. Beim mittleren Dach sind es 48.000 bis 80.000 Euro, beim großen 53.000 bis 96.000. Ist eine Dämmung vorgesehen, liegt der Median über alle Größen bei 67.000 Euro.
Auffällig ist die letzte Spalte der Tabelle. Der Quadratmeterpreis steigt von der kleinen zur mittleren Größe und fällt danach wieder. Das mittlere Dach, also der typische Fall beim Einfamilienhaus, ist je Quadratmeter das teuerste.
Warum der Quadratmeterpreis nicht als Pauschale taugt
Eine Dachsanierung kostet 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter.
Das ist die reine Handwerkerleistung fürs Neudecken. Im vollständigen Angebot liegt der Median bei 410 Euro je Quadratmeter. Beide Zahlen sind richtig, sie messen nur nicht dasselbe, und das steht selten dabei.
Was im Quadratmeterpreis eines echten Angebots steckt, ist der Grund für den Abstand:
- Gerüst, oft für mehrere Wochen
- Abbruch und Entsorgung der alten Deckung
- Lattung und Unterdach
- die neue Deckung
- Dämmung, wo sie vorgesehen ist
- Blech- und Anschlussarbeiten an Kehlen, Gauben und Schornstein
- Mehrwertsteuer
Wie weit die Werte auseinanderliegen, zeigt die mittlere Hälfte der Angebote: 220 bis 600 Euro je Quadratmeter. Ein Online-Rechner, der aus der Dachfläche eine Summe macht, kann diese Streuung nicht abbilden. Er rechnet mit einem Mittelwert, den es in keinem einzigen Angebot gibt.
Dass das mittlere Dach je Quadratmeter am teuersten ist, hat einen naheliegenden Grund: Gerüst, Anfahrt und Einrichtung der Baustelle fallen unabhängig von der Fläche an, und auf einem großen Dach verteilen sie sich auf mehr Quadratmeter. Das ist eine Erklärung, keine Messung. Belegt ist der Unterschied selbst, nicht seine Ursache. Und zwischen 340 und 345 Euro liegt bei 16 und 22 Angeboten je Klasse kein belastbarer Unterschied: aussagekräftig ist allein die Spitze in der Mitte.
Warum die Dämmung den Preis macht
Die Dämmung ist der größte einzelne Kostenblock, aber auch der mit dem größten Nutzen. Sie senkt die Heizkosten dauerhaft, und sobald mehr als zehn Prozent der Dachfläche erneuert werden, verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz ohnehin einen Mindeststandard.
Aufsparrendämmung: durchgehende Dämmschicht über den Sparren, unter der neuen Deckung. Wärmebrückenarm und sehr wirksam, ideal, wenn das Dach ohnehin offen ist.
Zwischensparrendämmung: zwischen die Sparren eingebracht, von innen. Günstiger und ohne neue Eindeckung machbar, aber durch die Sparrenhöhe begrenzt.
Wer beim Dämmen spart, spart am falschen Ende: Der Aufpreis kommt über niedrigere Heizkosten und Förderung zurück.
Dämmpflicht seit Juli 2026: was das GModG verlangt
Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz, kurz GModG. Es hat das Gebäudeenergiegesetz ersetzt, verkündet wurde es am 28. Juli 2026. Für die Dachsanierung ändert sich in der Sache wenig, aber wer sich auf älteren Seiten informiert, liest noch die alten Paragraphen. Zwei Punkte sind für die Kosten entscheidend.
Erstens die Zehn-Prozent-Schwelle. Wer mehr als zehn Prozent der Fläche eines Bauteils erneuert, muss dabei einen Mindeststandard erreichen. Eine örtliche Reparatur bleibt darunter und löst keine Pflicht aus. Bei einer Neueindeckung ist die Schwelle praktisch immer überschritten, die Dämmung ist dann also nicht optional, sondern Teil der Rechnung.
Zweitens der Wärmedurchgang. Der zulässige Höchstwert, den Fachleute U-Wert nennen, hängt davon ab, was gedämmt wird:
| Bauteil | höchstens | entspricht etwa |
|---|---|---|
| Dachschräge, Steildach | 0,24 | 14 bis 20 cm Dämmung |
| oberste Geschossdecke | 0,24 | 14 bis 20 cm Dämmung |
| Flachdach | 0,20 | mehr, weil der Wert strenger ist |
Bei der obersten Geschossdecke gibt es eine Wahlmöglichkeit: Wer stattdessen das darüberliegende Dach dämmt, erfüllt die Pflicht ebenfalls. Das ist der Grund, warum sich die Dämmung oft dann rechnet, wenn das Dach ohnehin geöffnet wird. Wie sich die Dämmung auf ein Flachdach auswirkt, steht im eigenen Beitrag.
Förderung: was der Staat dazugibt
Für die energetische Dachsanierung, vor allem die Dämmung, gibt es Zuschüsse und günstige Kredite von KfW und BAFA. Die genauen Sätze ändern sich regelmäßig, deshalb lohnt der Blick in die aktuellen Programme oder das Gespräch mit einem Energieberater. Als Faustregel lässt sich ein erheblicher Teil der Dämmkosten fördern, das verschiebt die Wirtschaftlichkeit deutlich.
Eigenleistung: was Sie selbst machen können
Am eigenen Haus darf jeder selbst arbeiten. Die Meisterpflicht im Dachdeckerhandwerk richtet sich an den, der gegen Bezahlung für andere deckt, nicht an den Eigentümer. Praktisch ist die Frage aber weniger, was erlaubt ist, sondern was sich lohnt und was Sie am Ende teuer bezahlen.
Alte Deckung abnehmen, Bauschutt sortieren und zur Deponie fahren, Zwischensparrendämmung von innen einbringen, Dampfbremse und Innenverkleidung. Das sind Arbeiten mit viel Zeit und wenig Spezialwerkzeug.
Eindeckung, Kehlen und Anschlüsse, jede Abdichtung und das Gerüst. Hier entscheidet die Ausführung über Dichtheit und Standsicherheit, und ein Fehler zeigt sich erst beim nächsten Starkregen.
Der wichtigste Punkt ist der, an den die meisten nicht denken: Für eigene Arbeit gibt es keine Gewährleistung. Wenn das Dach nach zwei Jahren undicht ist, gibt es niemanden, der nachbessern muss. Und wenn ein Betrieb später auf Ihrer Konstruktion weiterarbeitet, kann er die Haftung für den Untergrund ausschließen.
Erst das Dach, dann die Photovoltaik
Wer eine Solaranlage plant, sollte die Reihenfolge kennen. Eine Sanierung nach der Montage bedeutet, die Anlage für 150 bis 250 Euro pro kWp ab- und wieder aufzubauen. Deshalb gehört ein müdes Dach vor die Photovoltaik, nicht danach.
Wann es teurer wird: Dachstuhl, Gauben, Denkmal
Drei Dinge treiben den Preis über den Median hinaus. Ein durchfeuchteter oder geschädigter Dachstuhl muss zuerst instand gesetzt werden. Gauben, Kehlen und Aufbauten bedeuten mehr Zuschnitt und Blecharbeit. Und bei einem denkmalgeschützten Gebäude kommen originalgetreue Materialien und die Abstimmung mit der Behörde dazu.
Gerade bei historischer Bausubstanz zahlt sich Erfahrung aus: Originalmaterial wird erhalten, wo es geht, Ergänzungen orientieren sich an Optik und heutigen Normen. Ein Schieferdach oder eine Biberschwanz-Deckung aus Ziegel will handwerklich beherrscht sein.
Zur Methodik: Grundlage sind 265 Angebote der Auftragsart Dachsanierung von 21 aktiven Handly-Partnerbetrieben, die Kunden zwischen dem 22. Juli 2025 und dem 23. August 2026 tatsächlich vorgelegt wurden. Gezählt wird nur, was eine Sanierung ist: Angebote mit mindestens drei Leistungsgruppen, also etwa Gerüst, Abbruch und Deckung. Kleine Reparaturen, die im System unter derselben Auftragsart laufen, sind damit ausgeschlossen, ebenso Entwürfe und doppelt erfasste Angebote. Alle Beträge sind Bruttosummen, aggregiert und ohne Namen. Der Median liegt bei 57.578 Euro, die mittlere Hälfte zwischen 38.511 und 82.486 Euro; im Text sind diese Werte auf Tausend Euro gerundet. Die Staffelung nach Dachgröße und alle Werte je Quadratmeter beruhen auf der Teilmenge von 63 Angeboten, bei denen eine Dachfläche erfasst ist, das ist knapp ein Viertel. Mit Dämmung heißt: eine Dämmung ist im Angebot vorgesehen, gemessen an Positionsnamen und Beschreibungen. Was der Staat dazugibt, steht im Beitrag zur Förderung.
Häufige Fragen
Was der Text oben nicht beantwortet hat:
Was ist der Unterschied zwischen Neueindeckung und Dachsanierung?
Die Neueindeckung tauscht nur die Deckung, also Ziegel oder Schiefer. Eine Sanierung geht tiefer und umfasst oft Lattung, Unterdach, Dämmung und manchmal den Dachstuhl. Daher der große Preisunterschied.
Lohnt sich eine Reparatur statt einer Komplettsanierung?
Bei örtlich begrenzten Schäden ja. Sind Unterkonstruktion oder Dämmung großflächig betroffen oder ist das Dach am Ende seiner Lebensdauer, ist die Sanierung meist wirtschaftlicher als wiederholtes Flicken.
Wie lange dauert eine Dachsanierung?
Für ein Einfamilienhaus meist zwei bis vier Wochen, je nach Umfang, Wetter und ob der Dachstuhl betroffen ist. Das Gerüst steht in der Regel etwas länger.
Gibt es Förderung für die Dachdämmung?
Ja. Über KfW und BAFA werden energetische Maßnahmen gefördert, die Dämmung gehört dazu. Die Konditionen ändern sich, ein Energieberater kennt den aktuellen Stand.
Wissen, was Ihr Dach kostet?
Beschreiben Sie Ihr Dach in wenigen Schritten und erhalten Sie Angebote von geprüften Dachdeckerbetrieben aus Ihrer Region.
Dach-Check starten- Handly: eigene Auswertung von 265 vorgelegten Sanierungs-Angeboten aus 21 aktiven Dachdeckerbetrieben, Juli 2025 bis August 2026 (aggregiert, ohne Einzeldaten); Staffelung nach Dachgröße auf Basis der 63 Angebote mit erfasster Dachfläche
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), in Kraft seit 29. Juli 2026, verkündet im Bundesgesetzblatt am 28. Juli 2026
- Verbraucherzentrale: GModG, was steht im Gebäudemodernisierungs-Gesetz
- 42watt: Dach neu decken, Kosten 2026 im Überblick
- energie-experten.org: Förderung Wärmedämmung, BEG-Zuschuss und Eigenleistung
- Enter: Dach neu decken, Kosten und Förderung 2026
- ee-experten.com: Kosten Dachsanierung, Beispiele und Faktoren




