- Erst das Dach, dann die Anlage: Die 25-Jahre-Regel verhindert teuren Rückbau.
- Eine Solaranlage läuft 25 bis 30 Jahre, das Dach darunter sollte das ohne Sanierung durchhalten.
- Ab- und Wiedermontage bei später fälliger Sanierung: rund 150 bis 250 Euro pro kWp.
- 43 Prozent der PV-Angebote auf Handly enthalten schon Dacharbeit, PV ist selten nur draufsetzen.
- Auf asbesthaltigen Dächern ist die PV-Montage tabu, hier muss zuerst saniert werden.
- Das Süddach bringt den höchsten Ertrag, Ost-West liegt aber fast gleichauf.
Erst das Dach, dann die Photovoltaik
Die wichtigste Entscheidung fällt vor der ersten Schraube. Eine Solaranlage läuft 25 bis 30 Jahre, manche Module länger. Das Dach darunter sollte diese Zeit ohne Sanierung durchhalten. Fachleute nennen das die 25-Jahre-Regel: Ist die Restnutzungsdauer des Daches kürzer als die Laufzeit der Anlage, gehört die Sanierung zuerst.
Was echte Projekte zeigen
Photovoltaik wird einfach auf das bestehende Dach gesetzt, um das Dach selbst kümmert man sich später.
In 43 Prozent der PV-Projekte auf Handly steckt auch echte Dacharbeit, von der Neueindeckung über die Dämmung bis zum Unterdach. 17 der 21 aktiven Betriebe bieten Photovoltaik an, für sie gehört beides zusammen.
Zur Methodik: Grundlage sind 189 PV-Angebote aktiver Betriebe auf der Handly-Plattform, Stand Juli 2026. Gezählt wurden PV-Angebote, die zusätzlich mindestens eine Position zur Dacharbeit enthalten. Alle Angaben sind aggregiert, ohne Einzel- oder Betriebsdaten.
Wer die Anlage aufs müde Dach setzt, zahlt zweimal: einmal für den Abbau, einmal für den Wiederaufbau.
Wann das alte Dach reicht, wann nicht
Nicht jedes Dach muss vor der Photovoltaik saniert werden. Ein gepflegtes Ziegeldach mit Jahrzehnten Restlaufzeit trägt die Anlage problemlos. Diese vier Punkte klärt der Dachdecker vor der Montage.
- Alter und Restnutzungsdauer. Faustregel: Das Dach sollte noch mindestens 25 Jahre halten.
- Zustand der Eindeckung. Poröse, gebrochene oder verschobene Ziegel sind ein Warnsignal.
- Statik. Die Unterkonstruktion muss das Zusatzgewicht der Aufdachanlage samt Windlast tragen.
- Dichtheit und Dämmung. Undichte Stellen oder eine fällige Dämmung erledigt man besser vorher als nachher.
Sonderfall Asbest: dann ist Photovoltaik tabu
Ein Punkt lässt keine Abwägung zu. Auf asbesthaltigen Dächern, meist alter Kunstschiefer oder Faserzement aus der Zeit vor 1993, ist die PV-Montage nicht zulässig. Beim Bohren und Schrauben würden Fasern frei. Hier muss das Dach zuerst fachgerecht saniert und entsorgt werden, erst danach kommt die Anlage. Mehr dazu im Beitrag Asbest im Dach.
Süddach ist Kür, nicht Pflicht
Ein hartnäckiger Irrtum: Photovoltaik lohne sich nur auf dem Süddach. Die Südausrichtung bringt den höchsten Ertrag pro Modul, eine Ost-West-Anlage liefert aber fast ebenso viel und verteilt den Strom gleichmäßiger über den Tag. Entscheidender als die perfekte Himmelsrichtung sind Verschattung und Dachneigung.
Häufige Fragen
Was der Text oben nicht beantwortet hat:
Muss man Ziegel zum Befestigen durchbohren?
Nein. Bei der üblichen Aufdachanlage greifen Dachhaken unter den Ziegel und werden am Sparren verschraubt, die Eindeckung bleibt dicht. In den Ziegel selbst wird nicht gebohrt.
Lohnt sich Photovoltaik auf einem Norddach?
Meist nur eingeschränkt. Reine Nordflächen bringen deutlich weniger Ertrag. Ost-, West- und natürlich Südflächen sind die erste Wahl, oft auch in Kombination.
Kann ich die Anlage bei einer späteren Dachsanierung einfach abbauen?
Technisch ja, aber es kostet. Für Ab- und Wiedermontage fallen rund 150 bis 250 Euro pro kWp an. Deshalb lohnt es sich, den Dachzustand vor der Installation ehrlich zu prüfen.
Was kostet die Photovoltaik zusätzlich zur Dachsanierung?
Die reine Anlage rechnet sich separat über den Stromertrag. Wichtig sind Reihenfolge und gemeinsame Planung: Wer Dach und Anlage zusammen denkt, spart Gerüst und einen zweiten Arbeitsgang. Mehr dazu im Beitrag zur Dachsanierung.
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- reduco.ai: Photovoltaik vor Dachsanierung, die 25-Jahre-Regel
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